Schlagwort: Heisshunger

  • Esse ich genügend Ballaststoffe ?

    Esse ich genügend Ballaststoffe ?

    „Eine Person (18 – 65 Jahre) sollte pro Tag mindestens 30g Ballaststoffe zu sich nehmen.“

    Quelle: Schweizer Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV (2022)

    Was sind überhaupt Ballaststoffe ?

    Bei den Ballaststoffen handelt es sich hauptsächlich um eine Form von Kohlenhydraten, die vom menschlichen Körper nur sehr schwer oder gar nicht verdaut bzw. zur Energiegewinnung (ca. 2 kcal/g) herangezogen werden können.
    Anders, als der etwas veraltete Begriff vermuten lässt, sind diese Stoffe für den Körper keineswegs bloss „Ballast“.
    Die modernere Bezeichnung „Nahrungsfasern“ beschreibt sowohl die Herkunft als auch die Struktur dieser Stoffe wesentlich präziser.

    Wieviele Ballaststoffe soll ich zu mir nehmen ?

    Gemäss der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) sollte eine tägliche Zufuhr von mindestens 30 g pro Tag aus unterschiedlichen Quellen, über den Tag verteilt über die Nahrung aufgenommen werden.

    In der Schweiz liegt der mittlere Ballaststoffkonsum gemäss MenuCH-Studie aus 2014/2015 bei ca. 20 g pro Tag. Weniger als 20% der Bevölkerung erreichen dabei die empfohlene Mindestmenge von 30 g pro Tag.

    In welchen Nahrungsmitteln sind Ballaststoffe enthalten ?

    In unserer Ernährung werden Ballaststoffe ausschliesslich über pflanzliche Nahrungsmittel (Getreide, Hülsenfrüchte, Obst, Gemüse, Nüsse und Saaten) bzw. daraus hergestellte Lebensmittel aufgenommen.
    Tierische Lebensmittel (Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte) liefern von Natur aus keine Ballaststoffe.

    In der nachfolgenden Tabelle sind einige Lebensmittelkategorien mit ihren mittleren Ballaststoffgehalten gelistet.

    NahrungsmittelBallaststoffe [g/100g]
    Hülsenfrüchte13 (+/- 5)
    Getreide8 (+/- 3)
    Nüsse & Trockenobst7 (+/- 2)
    Brot & Backwaren6 (+/- 3)
    Gemüse & Salat2 (+/- 1)
    Obst2 (+/- 1)
    Quelle: Wikipedia [Ballaststoff – Wikipedia] (Daten bearbeitet) 12.10.2026

    Bei Getreide und daraus hergestellten Produkten ist der Anteil an Ballaststoffen abhängig vom Ausmahlungsgrad des Mehls. Vollkorngetreide bzw. -mehle enthalten die höchste Menge an Ballaststoffen.

    Was für gesundheitliche Vorteile bietet eine Ernährung reich an Ballaststoffen ?

    Eine ausreichende Versorgung mit Ballaststoffen hat gemäss „Ernährung – Physiologische Grundlagen, Prävention, Therapie“ von Hahn et. al (2016) vor allem positive physikalische Effekte im Bereich des Gastrointestinaltraktes.

    Ballaststoffe binden Wasser, quellen und bilden dabei auch Gele, wodurch sie regulierend auf den Wasserhaushalt im Darm (v.a. Dickdarm) wirken und dabei gleichzeitig Durchfall & Verstopfung lindern können.

    Die Volumenerhöhung des Nahrungsbreis durch die quellenden Ballaststoffe in Magen und Dünndarm führen zu einem langanhaltenderen Sättigungsgefühl.

    Ballaststoffe verlangsamen den enzymatischen Abbau von Kohlenhydraten (und teilw. Proteinen/Fetten) im Dünndarm, was einen langsameren Anstieg des Blutglukosespiegels und somit eine verminderte Insulinausschüttung zur Folge hat. Dadurch sind positive Effekte auf Bereiche wie Heisshunger & (Prä-)Diabetes zu erwarten.

    Gallensäuren im Darm (abgegeben aus Leber bzw. Gallenblase) werden durch Ballaststoffe gebunden, wodurch diese aus dem enterohepatischen Kreislauf entfernt werden und eine cholesterinsenkende Wirkung auftritt.

    Da Ballaststoffe vom menschlichen Körper (bzw. den körpereigenen Verdauungsenzymen) nicht verdaut werden können, gelangen sie in den Dickdarm und können dort vom ansässigen Mikrobiom verstoffwechselt werden. Dabei steigt die Anzahl der erwünschten Mikroorganismen (z.B. Bifidus- und Laktobazillus-Keime), während gleichzeitig die Anzahl von unerwünschten Mikroorganismen (Fäulnisbakterien, pathogene Mikroorganismen) reduziert wird.

    Praxistipps

    • Integrieren Sie bewusst täglich ein bis zwei Portionen Getreide/Hülsenfrüchte und eine Portion Nüsse/Trockenobst in Ihre Ernährung.
    • Ergänzen Sie tierische Lebensmittel (z.B. Joghurt) mit einem pflanzlichen & ballaststoffreichen Lebensmittel (z.B. Haferflocken, Chiasamen, gerösteten Nüssen).
    • Überfordern Sie Ihre Verdauung nicht durch eine plötzliche grosse Aufnahme von Lebensmitteln mit sehr hohem Ballaststoffgehalt (z.B. Flohsamenschalen, Weizenkleie, Leinsamen). Integrieren Sie diese bei Bedarf langsam in kleinen Schritten in Ihre Ernährung.

    Wissen Sie nicht, ob Sie ausreichend Ballaststoffe zu sich nehmen ? Möchten Sie wissen, wie Sie Ballaststoffe in Ihre alltägliche Ernährung integrieren können ?
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  • Wie nehme ich nachhaltig ab ?

    Wie nehme ich nachhaltig ab ?

    „Ein Energiedefizit ist der wichtigste Faktor beim Gewichtsverlust.“

    Quelle: Optimal Diet Strategies for Weight Loss and Weight Loss Maintenance – Ju Young Kim (2021)

    Was ist eine „nachhaltige“ Gewichtsabnahme ?

    Von einer „nachhaltigen“ Gewichtsabnahme spricht man, wenn jemand sein Körpergewicht (v.a. über die Reduktion von Körperfett) reduziert und im Anschluss an die Phase der Gewichtsabnahme auch weiterhin halten kann.
    Erhöht sich das Körpergewicht nach der Gewichtsabnahme wieder auf das ursprüngliche Gewicht oder darüber hinaus, spricht man vom unerwünschten „Jojo-Effekt“.

    Grüne Linie = nachhaltige Reduktion d. Körpergewichts
    Rote Linie = nicht nachhaltige Reduktion d. Körpergewichts (= „Jojo-Effekt“)
    Quelle: KI-Generierung

    Wie viel bzw. wie schnell kann ich an Gewicht abnehmen ?

    Um an Gewicht (bzw. v.a. Körperfett) zu verlieren, benötigen Sie ein Kaloriendefizit. Ein Kaloriendefizit entsteht dadurch, dass Sie weniger Energie in Form von Kalorien (aus Kohlenhydraten, Fett, Protein & Alkohol) zu sich nehmen, als Ihr Körper verbraucht. Mit einem Defizit von 200 – 500 kcal pro Tag ist dabei theoretisch eine Abnahme von ca. 2 – 5 kg Körperfett über einen Zeitraum von 3 Monaten möglich.

    Bei einer kontinuierlichen Gewichtsabnahme sollte jedoch alle paar Monate die aufzunehmende tägliche Menge an Kalorien neu berechnet werden, da der Kalorienverbrauch des Körpers mit der Reduktion des Körpergewichts sinkt.
    Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich ein Gewichts-Plateau einstellt und keine weitere Gewichtsreduktion mehr möglich ist, da sich Kalorienaufnahme und Kalorienverbrauch die Waage halten (= es besteht kein Kaloriendefizit mehr).

    Ist das ursprünglich definierte Zielgewicht erreicht, kann die Kalorienaufnahme wieder an das neue Körpergewicht angepasst werden. Damit das neue Körpergewicht gehalten werden kann, sollte die Kalorienaufnahme dem Kalorienverbrauch entsprechen.

    Was muss ich essen, um nachhaltig abzunehmen ?

    Abbildung: Salat mit Birne, gerösteten Walnüssen, Feta und Zwetschgen-Vinaigrette

    Salat, Salat und noch mehr Salat müssen Sie glücklicherweise für eine nachhaltige Gewichtsreduktion nicht essen. Eine ausgewogene Ernährung, welche das vormals erwähnte Kaloriendefizit berücksichtigt reicht aus.
    Eine spezielle Diät („Low-Carb“, „No-Fat“, „Paleo“, „High-Protein“) ist ebenfalls nicht nötig.

    Im Rahmen der ausgewogenen Ernährung sollte auf eine ausreichende Zufuhr von sättigenden Inhaltsstoffen (v.a. komplexe Kohlenhydrate, Nahrungsfasern, Proteine und gesunde Fette) geachtet werden, um ein zu starkes Hungergefühl zwischen den Mahlzeiten zu vermeiden.

    Wie entsteht der Jojo-Effekt und wie vermeide ich ihn ?

    Der Jojo-Effekt im Nachgang an eine Gewichtsreduktion entsteht oftmals aus einem Zusammenspiel von unterschiedlichen Faktoren.

    Eine zu drastische Abnahme des Körpergewichts führt beispielsweise oft zu einem stark gesteigerten Hungergefühl, welches wiederum zu Heisshungerattacken führen kann.
    Zusätzlich verschiebt sich das Verhältnis der Abnahme von Körperfett und Muskelmasse zu Ungunsten der energieverbrauchenden Muskelmasse, wodurch der Kalorienverbrauch sinkt.

    Im Anschluss an die Erreichung des Zielgewichts fehlt ausserdem oft die Motivation, an den neuen Gewohnheiten festzuhalten, wodurch alte Lebens- & Ernährungsgewohnheiten wieder aufgenommen werden.

    Um den Jojo-Effekt bei einer Gewichtsreduktion zu vermeiden ist ein konkretes & realistisches Ziel im Zusammenspiel mit einer nur leicht kalorienreduzierten, ausgewogenen Ernährung essentiell.

    Muss ich Sport treiben um abzunehmen ?

    Nein. Sie können ein angestrebtes Kaloriendefizit einzig auf Basis einer Reduktion der über die Ernährung aufgenommenen Kalorien erreichen. Bewegung bzw. sportliche Betätigung unterstützt den Prozess jedoch folgendermassen:

    • Erhöhung des Kalorienverbrauchs
    • Signal an den Körper für Erhalt/Aufbau von Muskelmasse (v.a. bei Krafttraining)
    • Optimierung der Fettverbrennung (v.a. bei Ausdauertraining)

    Während eines Kaloriendefizits baut der Körper Körperfett und Muskelmasse ab.
    Eine kontinuierliche Überwachung des Körpergewichts sowie der Körperzusammensetzung mittels bioelektrischer Impedanzanalyse (BIA) kann hilfreich sein, um einordnen zu können, ob der Körper primär Körperfett oder unerwünschterweise zu viel Energie verbrauchende Muskelmasse abbaut.

    Praxistipps

    • Setzen Sie sich konkrete & realistische Ziele für die Gewichtsabnahme (z.B. „3 Kilo in den nächsten 3 Monaten“).
    • Reduzieren Sie die tägliche Kalorienaufnahme nicht zu drastisch, um Heisshunger zu vermeiden. Ein Defizit von ca. 200 – 500 kcal/Tag ist meist ausreichend.
    • Betreiben Sie nicht exzessiv Sport mit dem Ziel dadurch mehr Kalorien zu verbrennen.

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